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Münchner Verbindung Rupprechtia e.V.
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Die Münchener Verbindung Rupprechtia


Gründung im Jahr 1916

München 1916. Die Absolventen der kgl. Rupprecht-Kreisrealschule saßen in bierseliger Laune beisammen, das weiß-grün-weiße Absolvia-Band um die Brust, die roten Schülermützen keck aufs Haupt gedrückt. Man freute sich, daß die elende Paukerei endlich vorbei war, und man war wohl auch ein wenig traurig, die Freunde langer Schuljahre für immer aus den Augen zu verlieren.
In dieser Stimmung wohl wurde die Idee geboren, sich an einem studentlichen Stammtisch auch weiterhin zu treffen. Ein Name war rasch gefunden: "Absolvia-Vereinigung Feuchtes Eck". Man entwarf einen Zirkel (Zeichen der Verbindung, das hinter dem Namen gesetzt wird), der das F.E. des Vereinsnamens enthielt.

Ein Tagebucheintrag aus dem Jahre 1917 schildert diesen Stammtisch: "Zum ersten Mal nach 5 1/2 Monaten schlich ich wieder die berüchtigte Treppe zum Burghof hinan. Endlich sollte ich wieder den bedeutenden Blick um die linke Ecke tun können...! Ich war nicht enttäuscht. Ich fand sie aufrecht, sieben an der Zahl."
Aber auch die Absolventen des Jahrgangs 1917 beschlossen, die jahrelange Schulfreundschaft weiterzupflegen und sich regelmäßig im Turmzimmer der Löwenbrauerei zu treffen.
Die 1916er aus dem "Burghof" bekamen Wind von der neuen Vereinigung und schickten eine Abordnung ins "Turmzimmer".
Ein Gegenbesuch erfolgte im Burghof bei den "bemoosten Häuptern".
In einigen folgenden Treffen kristallisierte sich der Gedanke an eine Vereinigung aller Absolventen der Rupprecht-Schule heraus.
Am 8. November 1917 fand die erste gemeinsame Veranstaltung der beiden Jahrgänge statt.

In der Chronik liest man:
"Mit dem heutigen Tag, besser gesagt Abend, setzt offiziell für die Rupprechtia eine neue Ära ein. Die Absolventen des alten Kastens kgl. Rupprecht-Kreis-Realschule von 1916 und 1917 haben sich vereinigt und bilden eine Corona, die Verbindung "Absolvia Rupprechtia", Farben sind weiß-gold-weiß, neuer Zirkel !"
Die Mitgliederzahl hatte sich mit einem Schlag von etwa 15 auf etwa 27 erhöht.
Die Form des reinen Stammtisches war schon vor dieser Fusion verlassen worden, man arrangierte Tanzveranstaltungen, schlug Kneipen und feierte das 1. Stiftungsfest.

Die Aktivitäten und die Häufigkeit der Zusammenkünfte sind heute kaum mehr vorstellbar.

Jeden 2. Samstag Offizium, jeden Sonntag gemütliche Unterhaltung oder Ausflüge, jeden Mittwoch Zusammenkünfte. Dazwischen gestreut zahlreiche "Damenkneipen", Sylfesterfeier, Nikolauskneipe, Stiftungsfest und Faschingsbälle.
Inzwischen waren eine Reihe von Rupprechten in den Krieg gezogen, die ersten bereits gefallen "für Kaiser und Reich".
Im "Bürgerstüberl" in der Ysenburgstraße am Rotkreuzplatz fand die Verbindung von 1918 bis 1983 eine ständige Bleibe. 1983 erfolgte der erste Umzug in die "Gartenlaube", Blutenburgstraße. Weitere Stationen waren das "Schwabinger Bräu" in der Leopoldstraße und der "Großwirt" in der Winthirstraße. Heute ist die Konstante das "Ewige Licht" in der Arnulfstraße 214a in der Nähe vom Steubenplatz.

Im Jahr 1918 kam das Verbindungsleben fast ganz zum Erliegen, die meisten Rupprechten waren an der Front, 5 von ihnen kehrten nicht zurück.
Ende 1918 kamen die Rupprechten nach und nach in die Heimat zurück, das Bundes- und Farbenleben nahm einen gewaltigen Aufschwung.
Um die ungeheure Kreativität der damaligen Rupprechten aufzuzeigen, sei hier ein Auszug aus dem Festprogramm der Veranstaltung Rupprechtias im Kreuzbräu vom 09.03.1919 vorgestellt:

1. "König Karl Marsch" (gespielt vom 20(!)-köpfigen Hausorchester)
2. Begrüßungsrede
3. "Bajazzo"-Lied (Gesang, begleitet am Flügel)
4. Gavotte (Tanzeinlage)
5. "Kalif von Bagdad", Ouvertüre (Hausorchester)
6. "Nachtstimmung", ein symphonisches Tongemälde
"Ballade", ein Melodram
(2 Kompositionen eines Rupprechten, Rezitation mit Begleitung am Flügel)
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9. Damenrede
10. "Schmetterlinge" (Ein selbstverfaßtes Lustspiel in 1 Akt)

Es folgten weiterhin, neben musikalischen Darbietungen, der Zweiakter "Der kranke Mann", ein Elfentanz, eine Walzervorführung und ein vielbejubelter Schleiertanz.
Nach dem offiziellen Schluß folgten "Brettlgedichte", eine frei improvisierte Duo-Szene, ein spontanes Violin-Solo und Stehgreif-G'stanzln auf die Anwesenden.
Der Erfolg des Abends muß ungeheuer gewesen sein.

Doch zurück zur Geschichte des Bundes.
1919 wurden die Verbindungsfarben weiß-gold-weiß in die noch heute bestehenden weiß-gold-rot abgeändert, kurz darauf entstand aus dem bisherigen Absolventen-Zirkel der heutige Rupprechten-Zirkel!



Es folgten Jahre regen Verbindungslebens und stetig steigender Mitgliederzahlen. Kein Stiftungsfest von befreundeten Verbindungen im Süddeutschen Raum, an dem nicht eine Abordnung Rupprechtias ihre Trinkfestigkeit unter Beweis gestellt hätte.

Am 12.04.1933 fand ein Konvent statt, der sich mit der geänderten politischen Lage in Deutschland befaßte. Es gab nun einen "Großdeutschen Absolventenring", einen "Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund". Die Eingliederung der farbentragenden Verbindungen in die nationalsozialistische Bewegung war vollzogen. Dieser Schritt war, wenn auch noch unerkannt, der Anfang vom Ende des Verbindungswesens.

1935 folgte ein Erlaß des Reichsjugendführers, wonach es Mitglieder der HJ verboten war, einer farbentragenden Verbindung anzugehören.

So war denn der einzige Tagesordnungspunkt des Gerneralkonvents vom 23. Oktober 1935: "Auflösung der Rupprechtia".
Schwer muß gerungen worden sein, bis lange nach Mitternacht die Auflösung des Bundes beschlossen wurde.
Allerdings wollte man sich nicht völlig trennen. Als "Vereinigung ehemaliger Angehöriger der Rupprecht-Oberrealschule" sollten weiterhin Treffen stattfinden. Ohne Band und Mütze, ohne Kneipen und sonstige Couleur-Veranstaltungen.

Mit dem Entschluß der Auflösung war man der Zeit nur wenige Monate voraus, denn bereits an Pfingsten 1936 ordnete die NSDAP die Auflösung aller farbentragenden Verbindungen an. Die Partei wollte keine anderen Gruppen neben sich dulden.

Aus der ehemals äußerst aktiven Verbindung wurde ein Kegelclub, "nicht einmal ein besserer, aber ein sehr lustiger", wie die Chronik vermerkt.





Auflösung der Rupprechtia

Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg, die meisten Rupprechten wurden sofort eingezogen, noch mehr schrumpfte das Häuflein zusammen. Am 16. Juli 1941 waren es ganze 9 Bundesbrüder, die im geheimen der Gründung vor 25 Jahren gedachten. In den folgenden Jahren waren es meist nur 3 oder 4 Rupprechten, die sich im "Bürgerstüberl" zusammenfanden, um zu bereden, wer ausgebombt, wer gefallen war. 1945 waren es 13 Rupprechten, die aus dem mörderischsten aller Kriege nicht zurückgekommen waren.


In den Nachkriegsjahren kehrten immer mehr Rupprechten aus Gefangenschaft heim, verlegten ihren Wohnsitz zurück nach München. Und nun zeigte sich, was eine in 30 Jahren gewachsene Freundschaft wert war. Die Art und Weise, wie man sich gegenseitig mit Kleidung, Essen, Unterkunft, kostenloser Zahnreparatur half, ist für uns heute wohl gar nicht mehr vorstellbar. An einem Novemberabend 1948 saßen 26 hohlwangige Rupprechten bei dünnem Bier zusammen, als einer den Vorschlag machte, doch wieder einmal ein Studentenlied zu singen. Der Erfolg des Cantus "Denkst Du daran, Genosse froher Stunden" war durchschlagend, man beschloß spontan eine Weihnachtsfreier abzuhalten.
Ein neuer Anfang für Rupprechtia!

Man traf sich wieder im monatlichen Rhythmus, veranstaltete Faschingsbälle, beging das 33. Stiftungsfest.
Das große Problem war die Frage des Nachwuchses. Eine Lösung zeichnete sich ab, als man beschloß, in Form einer "Studiengenossenschaft Rupprechtia" weiterzumachen, mit der Zielsetzung, "die während der Schulzeit begründeten Freundschaften über die Schule hinaus zu pflegen mit der Verpflichtung, Schule und Schüler in geeigneter Weise zu fördern und zu unterstützen".
Damit war der Weg zur Aufnahme von Beziehungen zur Rupprecht-Schule geebnet, und man fand in Oberstudiendirektor Dr. Habisreutinger und in Studienrat Dr. Rauch große Hilfe.

Obwohl man beschlossen hatte, nicht zur Form der Korporation zurückzukehren, wurde doch vereinbart, bei Stiftungsfesten zur Erinnerung an frühere Zeiten das dreifarbige Band zu tragen.

1952 veranstaltete die "Studiengenossenschaft Rupprechtia" erstmals das "Schülerjahrestreffen ehemaliger Rupprechtschüler" das seitdem jedes Jahr stattfindet, immer noch organisiert von der gleichen Vereinigung, die inzwischen wieder "Münchner Verbindung Rupprechtia" heißt, Band und Mütze trägt und zur Form der farbentragenden Verbindung zurückgekehrt ist. Das Kneipheim ist mittlerweile im "Hansa-Haus" in der Briennerstraße 39 (Nähe Königsplatz).

So hat sich der Kreis geschlossen.
Und das einzige Problem ist der Nachwuchs. Viele Schüler, die die Schule verlassen, wissen gar nicht, daß es eine "Münchner Verbindung Rupprechtia" gibt.

Das ändert aber nichts daran, daß sich die Rupprechten ihrer alten Penne immer noch verpflichtet fühlen, ob es nun um ein neues Mikroskop für den Biologieunterricht geht, um einen Zuschuß fürs Landheim oder um anderwertige finanzielle Unterstützungen (Theatergruppe, Chor usw.).

An den Schluß dieses Rückblicks möchte ich einen Satz aus der Festrede stellen, die Prof. Dr. Krampf von der Rupprecht-Oberrealschule bei einem Rupprechtia-Abend im Jahre 1934 hielt: "Es ist ausschließlich der "Münchner Verbindung Rupprechtia" vorbehalten, die austretenden Schüler in ihren Reihen zu sammeln.
Nur engste Zusammenarbeit zwischen Schule, Korporation und Landheimverein können gedeihlich für die Zukunft sein."

Dem wäre nichts hinzuzufügen, außer meiner Hoffnung, daß es eines Tages wieder so sein möge.

Vivat, crescat, floreat, Rupprechtia!

Giselher Kadmer
M.V. Rupprechtia

© M.V. Rupprechtia